Hauptinhalt

Herausragender Gründungsstandort Sachsen

Gesagt

Innovative Firmen sind Sachsens wirtschaftliche Zukunft. (© Kirill - Fotolia.com)

Getan

Erhöhung der Förderquote für Start-ups.

In dem vom Bundesverband Deutsche Startups e. V. veröffentlichten »Deutschen Startup-Monitor 2018« (DSM 2018) wird die Sächsische Staatsregierung bei der Förderung des Gründungsstandortes Sachsen im Bundesvergleich sehr positiv bewertet.

Der Freistaat landet im Ranking mit einer Schulnote von 3,1 auf Platz zwei, knapp hinter Thüringen mit der Note 2,9. Sachsen lässt damit starke Gründerstandorte wie Berlin (3,7), Bayern (3,5) oder Baden-Württemberg (3,4) hinter sich.

Ideale Startbedingungen für Gründer in Sachsen

Aufgrund der engen Zusammenarbeit von Hightech-Unternehmen mit einer Vielzahl von Hochschulen und Forschungseinrichtungen bietet Sachsen ideale Startbedingungen für Unternehmensgründer.

Kein anderes deutsches Bundesland unterstützt zudem Forscher, die Jungunternehmer werden möchten, so engagiert wie Sachsen. Das hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. in einem Ländercheck zur Gründerförderung festgestellt.

Die sächsische Gründungspolitik setzt ihren Fokus auf wissensbasierte, technologieorientierte Gründungen mit hohem Wachstumspotenzial. Dazu stehen Förderprogramme wie z. B. das Technologiegründerstipendium zur Verfügung.

Effektive Förderung von Existenzgründern

Neu ist das auf zwei Jahre begrenzte »Modellprojekt Gründerförderung«. Es soll die besondere Situation bei der Förderung von Existenzgründung sowie eine weitgehende Freistellung von Berichtspflichten in der Gründungsphase prüfen.

In Ergänzung zu bereits bestehenden Förderinstrumenten werden im Modellprojekt Zuschüsse für innovative Gründungsvorhaben in einem einfachen Verfahren vergeben. Die Zuschüsse in Höhe von 1.000 Euro pro Monat sollen nicht zweckgebunden sein, sondern den ausgewählten potenziellen Gründern als Hilfe zum Lebensunterhalt für die Laufzeit von maximal 12 Monaten dienen. Ein erster Förderaufruf soll im Frühjahr 2019 erfolgen.

Start-ups und junge innovative Unternehmen, die oftmals Treiber des Strukturwandels sind, wollen wir bei der Markteinführung ihrer Ideen verstärkt unterstützen.

(Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, am 10. April 2018)

Sachsen: Land für innovative Senkrechtstarter

Dr. Diego Schierle, Gründer und CEO des Dresdner Startups FLÜGELaeronautics.  © FLÜGELaeronautics GmbH & Co. KG

Fliegende Autos im Alltag – diese Vorstellung galt bis vor wenigen Jahren noch als Science Fiction. Heute ist diese erweiterte Nutzung des Flugraums für viele durchaus denkbar. Aktuelle technische Entwicklungen unter anderem in der Sensortechnik und das Nachdenken über die Anpassung von Rahmenbedingungen machen es möglich. Einer, der die Vision von Kleinflugzeugen für den Individualtransport voranbringen will, ist Dr. Diego Schierle. Mit seinem Start-up FLÜGELaeronautics bewegt sich der Ingenieur auf den Spuren deutscher Visionäre wie August Horch. Die Technologie entwickelt er mit seinem Team in Sachsen. Eine ganz bewusste Entscheidung.

Interview mit dem Dresdner Gründer Dr. Diego Schierle

Herr Dr. Schierle, provokant gefragt: Wieso Sachsen?
Die Entscheidung FLÜGELaeronautics in Sachsen bzw. direkt in Dresden zu gründen, war eine ganz gezielte Entscheidung. Neben persönlichen Gründen ist der wesentliche Vorteil am Standort die exzellente Technische Universität mit sehr guten Absolventen. Des Weiteren ermöglichen die guten Rahmenbedingungen, hier deutlich günstiger ein Unternehmen aufzubauen als beispielsweise in Stuttgart oder München. Und wenn zu diesen Faktoren dann auch noch der Wille der Landesregierung hinzukommt, Start-ups zu fördern, dann ist das hervorragend.

Wie sah Ihr Gründungsprozess aus, nachdem Sie die Idee hatten, ein Kleinflugzeug für den Individualtransport zu entwickeln, dass sich in den heutigen Verkehr integrieren lässt?
Zu allererst bedarf es Mut und Vertrauen in sich selbst, in die Idee und das Projekt. Ja, und dann benötigt man natürlich Geld. Wir mussten Menschen bzw. Investoren finden, die auch an unsere Vision glauben und Vertrauen mitbringen. Das ist ein schwieriger und nervenaufreibender Prozess.

Haben Sie beim Thema Finanzierung auch Förderprogramme des Freistaates Sachsen ins Auge gefasst?
Ja, eine gute Fördermöglichkeit für uns war das Technologiegründerstipendium des Freistaates, vermittelt durch die Sächsische Aufbaubank. Dabei war der komplette Bewerbungszyklus sehr angenehm – und ein wichtiger Vertrauensbeweis in unser Projekt. Doch gerade bei einer Technologie-Gründung ist es nicht damit getan, in eines der Förderprogramme zu gelangen. Es ist immer nur ein Anfang.

Zum Technologiegründerstipendium des Freistaates Sachsen

Modellgrafik des Flugtaxis »X-1« des Dresdner Startups FLÜGELaeronautics.  © FLÜGELaeronautics GmbH & Co. KG

Wie wurden Sie auf die Förderung aufmerksam?
Wir haben uns im Internet nach potenziellen Förderprogrammen umgeschaut. Da sind wir dann auf das Technologiegründerstipendium gestoßen.

Wenn Sie heute auf Ihre Gründungsphase zurückblicken: Würden Sie mit dieser Erfahrung etwas anders machen?
Ganz kritisch betrachtet? Nein. Ich würde aber versuchen, noch schneller zu sein, noch mehr umzusetzen und schneller an bessere Ergebnisse zu kommen. Zudem ist das »bürokratische Korsett« für Gründer oftmals sehr eng. In unserem Fall beispielsweise hat sich jemand aus dem Gründerteam verabschiedet und die personengebundene Förderung konnte nicht auf seinen Nachfolger übertragen werden. Das war sehr schade. Ich würde mir außerdem weniger Zurückhaltung bezüglich technologischer Visionen in Deutschland wünschen. Denn wenn diese Einstellung dazu führt, dass wir anderen Ländern hinterherlaufen und wir nicht an unsere visionäre Vergangenheit anknüpfen können, dann müssen wir uns fragen, ob es noch richtig läuft. Ich glaube fest daran, dass wir hier in Deutschland, in Sachsen den nächsten Schritt gehen können. Und das sollten wir auch tun.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über FLÜGELaeronautics

Vor knapp zwei Jahren entwickelte Dr. Diego Schierle die Idee, ein Flugzeug für den Individualtransport zu konstruieren. Im November 2018 gründete der studierte Maschinenbau-Ingenieur schließlich mit einem Kollegen die FLÜGELaeronautics GmbH & Co. KG in Dresden. Ihr Ziel ist es, ein Flugzeug zu entwickeln, das auf kleinen Plätzen, z. B. vor der Garage, starten und landen und in einer autonomen Zukunft ohne Pilotenschein geflogen werden kann. Derzeit besteht das Team aus fünf Mitarbeitern, die bereits einen 1:5-Prototypen des Flugtaxis »X-1« gebaut haben. Die Technologie ist zum Patent angemeldet und wird aktuell getestet. Bis 2021 soll der erste Jungfernflug absolviert werden.

Bürgschaften der Bürgschaftsbank Sachsen und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen

zurück zum Seitenanfang